Eine andere Welt Glauben & verschenken

Jetzt sprießt sie auf. Ich kann sie atmen hören. 

Manchmal fällt es mir schwer, eine andere Welt zu glauben.  Mit den Worten von Arundathi Roy frage ich mich, ob ich vielleicht manchmal nicht gut genug hinhöre. Zu laut bin. Selber zu viel Lärm mache. 

Leises Geräusch & untrügerisches Zeichen 

Der Atem ist so ein leises Geräusch. Kaum wahrnehmbar, still und ruhig.  Und zugleich verrät er mir untrügerisch, dass jemand am Leben ist.

Darum gut, dass es auch die ruhigen Tage gibt, an den ich eine andere Welt atmen hören kann. Still, ruhig und manchmal fast kaum wahrnehmbar. Aber doch ein untrügerisches Zeichen, dass sie am Leben, im Entstehen ist.

Erkennt ihr es nicht? 

„Siehe, ich mach Neues, jetzt sprießt es auf, erkennt ihr es nicht?“ zitiert schon im ersten Teil der Bibel der Prophet Jesaja seinen Gott. 

Er erzählt damit von einem lebendigen Gott, einem der sich einmischt und dem diese Welt nicht egal ist.  
Er glaubt an einen Gottheit, die ein Schöpferkraft ist und diese Welt gestaltet – von Beginn an, durch die Zeiten, auch heute noch.  
Er hofft auf einen Gott, der diese Welt verwandelt, in eine andere Welt, so wie sie von Beginn an gedacht war. 

Und dieser alte Prophet erinnert mich genau hinzuschauen, genau hinzuhören.Jetzt sprießt es auf. Erkennst du´s denn nicht? An einem ruhigen Tag kannst du sie doch atmen hören! 

Die Hoffnung nicht vergessen 

Es gibt so ein altes Kirchenlied aus den 70ern. Es erzählt von der Erfahrung, dass Gottes Spuren zu entdecken sind, in dieser Welt. Da heißt es:

„Wir haben Gottes Spuren festgestellt, auf unsern Menschenstraßen.  Liebe und Wärme in der kalten Welt, Hoffnung, die wir fast vergaßen.“
(Diethard Zils 1978, nach dem französischen „Nous avons vu les pas de notre Dieu“)

Wenn ich nicht genau hinhöre, dann passiert mir manchmal genau das: Ich vergesse die Hoffnung. Ich sehe Gottes Spuren nicht. Ich höre die andere Welt nicht atmen. 

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